Definiert Euren „Wert“ realistisch!

Definiert Euren „Wert“ realistisch!

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Purebred Goods
von Peter Angerer

Es ist wirklich ein heikles Thema, das sehr wohl in der Lage ist, zu polarisieren. Die Rede ist von den Gagen deutscher MMA Kämpfer. Mittlerweile werden schon von Kämpfern, welche noch nie im Ausland gekämpft – geschweige denn gewonnen – haben, Gagen aufgerufen, als wären sie in der UFC gelandet. Da wollen Kämpfer bei einem MMA Event auf die Fightcard kommen, welches maximal 1000 Zuschauer insgesamt ziehen kann, und da werden Gagen von teilweise 3.000 bis 5.000 Euro aufgerufen. Plus Spesen versteht sich.

Trainiere im German Top Team

Manche Manager und Kämpfer scheinen an echtem Realitätsverlust zu leiden und versprechen das Blaue vom Himmel herunter, nur damit der Promoter den horrenden Gagen zustimmt. Um allen Lesern mal zu verdeutlichen, von was ich spreche, gehen wir gemeinsam mal ein kleines Rechenbeispiel und die Rahmenbedingungen durch.

Ein Kämpfer möchte bei Promoter XY auf der Fightcard kämpfen. Ganz abgesehen, von all den „Goldenen Regeln für MMA Kämpfer„, welche eigentlich unumstößliche Gesetze sind, möchte der Kämpfer 3.000 Euro für diesen Kampf vom Promoter plus Spesen (Fahrtkosten, Hotel) bezahlt bekommen.

Nun, 3.000 Euro hört sich im Vergleich zur UFC nicht nach besonders viel an. Wenn man überlegt, dass der Promoter dafür (vor Steuer) ca. 100 Karten verkaufen muss, nur um die Gage für den Kämpfer zu bezahlen, kommt jedem eine Frage in den Kopf: „bringt der Kämpfer denn mindestens 100 Zuschauer, um überhaupt annähernd kostendeckend für den Veranstalter zu sein?“. Die Antwort ist: „In 99,9% der Fällen NEIN!“ Und ich sage hier ganz bewusst, dass der Kämpfer die Fans mitbringen muss. Denn MMA ist hierzulande immer noch ein Nischensport und der Großteil der Zuschauer kommt nun mal eben aus dem engeren Umfeld der Teams und Kämpfer.

Der Wert eines Kämpfers ist genau der, was er an Zuschauern in die Halle bringt. Nicht einen mehr oder weniger! Wer als „Superstar“ wirklich nur 10 „Fans“ dazu bewegen kann, ihn kämpfen zu sehen, der sollte sich schon mal fragen, was er realistisch denn für einen „Wert“ für den Promoter hat. Kein Veranstalter der Welt – und schon gar nicht die UFC – wird Kämpfer für’s „toll sein“ oder „performen“ bezahlen, wenn im Gegenzug dafür kein Mehrwert an Zuschauern oder Pay-per-View Verkäufen gegenzurechnen ist. Ganz einfach. Wer niemand in die Halle bringt ist nix wert. Weder bei einem Veranstalter in Deutschland, noch sonst wo. Das ist die ganze traurige Wahrheit.

Ich erinnere mich noch sehr an die frühen 2000er Jahre in England, als Top Promotions, wie z.B. Cagewarriors und Cage Rage die Spitzenkämpfer auf der Maincard fast nur in Tickets bezahlte. Ein Riesendeal für die Kämpfer! Großes Geld, viele echte Fans in der Halle, Bombenstimmung und für alle eine Win-Win-Situation.

Hier in Deutschland allerdings, da sollten die Uhren – würde es nach den Kämpfern und „Managern“ gehen – anders laufen. Hier sollen Gagen bezahlt werden, die nicht annähernd von den Kämpfern im Gegenwert aufzuwiegen sind. Keine Fans, keine Zuschauer, kein Wert. Und es zählen jetzt wirklich nicht die virtuellen Fans in Form von „Likes“ auf Facebook oder „Followern“ auf Instagram. Wir reden hier von echten Fans. Menschen, wie Du und ich, welche den Kämpfer live erleben wollen. Dafür bereit sind eine gute Strecke zu fahren und vielleicht sogar nicht nur die billigsten Karten zu kaufen. DAS sind Fans, um die man sich kümmern sollte. Nicht nur mit einem neuen Video vom Training, sondern persönlich. Mal ein nettes Wort, mal ein Handschlag, mal ein kleines Geschenk oder ein Foto zusammen. Denn DAS sind die Leute, die Euch Euren Lohn sichern. Die Geld auf die Events bringen und es dem Promoter ermöglichen, die Gage für Euch zu bezahlen, die Ihr auch wert seid.

Und wenn Ihr mit dem Rechnen fertig seid, dann empfehle ich Euch nochmal die Lektüre von „Goldene Regeln im MMA für Kämpfer„…

United Fightwear

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