Start GAMMAF / M1 Germany Wieviel Gewalt braucht MMA in Deutschland?

Wieviel Gewalt braucht MMA in Deutschland?

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Purebred Goods
Von Peter Angerer

Trainiere im German Top Team

Ich frage hier wirklich ganz bewusst so doof, wie es nur geht: „Wieviel Gewalt braucht MMA in Deutschland?“ Hier bezog ich schon immer ganz klar Stellung und verfechte persönlich eine „Null-Toleranz-Grenze“, was aggressives, beleidigendes und gewaltbereites Verhalten von „Sportlern“ oder Zuschauern angeht. Nun, gestern morgen, als ich auf die Übertragung des Boxkampfs in Las Vegas wartete, stieß mir bei Facebook ein Video ins Auge, welches mich ungemein erschütterte. Ich habe dieses Video, welches öffentlich bei Youtube zu sehen ist, als Beitragsmedium ausgewählt, damit Ihr Euch selbst ein Bild von dem Ausmaß und Hergang machen könnt. Und ehrlich gesagt, mir blieb beim Betrachten des Videos der Mund offen stehen.

Ich habe dann binnen weniger Stunden den Link des Videos den Mitgliedern der Sportkommission für Shooto, Shidokan und ADCC Wettkämpfe zugänglich gemacht und eine Diskussion über ein generelles Startverbot der anscheinend beteiligten Mannschaften angeregt. Zwischenzeitlich telefonierte ich mit befreundeten Veranstaltern und wurde über Facebook Nachrichten und Videozusendungen weiter über das Ausmaß des „Krawalls“ ins Bild gesetzt. Und um es gelinde zu sagen: so etwas habe ich in über 36 Jahren Kampfsport noch nie in diesem Maße gesehen!

Momentan beraten die Vorsitzenden der Sportbereiche Shooto (Kristin Angerer), Shidokan (Bruno Rico) und ADCC (meine Wenigkeit) in der Kommission über die Möglichkeiten der Vermeidung solcher Ausschreitungen bei unseren eigenen Veranstaltungen, wobei wir die Meinungen der jeweiligen Kommissionmitglieder berücksichtigen. Und da scheint ein Start- und Besuchsverbot der betroffenen Teams die derzeit einzige realisierbare und umsetzbare Maßnahme zu sein. Es geht hier in erster Linie um die folgenden Punkte:

  1. Wie kann man sich als Veranstalter vor solchen Teams schützen? Der Schaden auf wirtschaftlicher Sicht und in Punkto Imageverlust ist hier immens und zunächst primär nicht bezifferbar.
  2. Wie kann man die Teilnehmer von sportlichen Wettkämpfen vor solchen „Konkurrenten“ schützen?
  3. Wie kann man die anwesenden Gäste und Zuschauer diesbezüglich vor solchen „Teams“ schützen?

Drei Fragen, über welche der Veranstalter und Dachverband am vergangenen Samstag im Vorfeld nicht besonders nachgedacht zu haben scheint.

In dem nun aktuellen Fall von Samstag wurde die Halle für Zuschauer von der Polizei geräumt, da sonst die Finalbegegnungen nicht hätten stattfinden dürfen. Ganz großes Kino für den Sport!

Abgesehen von dem nicht geringen strafrechtlichen Gewicht der hier auf Video begangenen Straftaten (Gefährliche Körperverletzung, evt. Beteiligung an einer Schlägerei), stelle ich für mich persönlich fest, dass ein solches Verhalten meiner Auffassung nach auf KEINER Sportveranstaltung (egal, ob Fußball, Eishockey oder MMA) tolerierbar ist, steht doch der Sport an sich ganz klar für Werte, wie Fairness und moralisch einwandfreie Verhaltensgrundregeln.  Was die beiden anscheinend betroffenen Teams zur Schau stellen ist schlichtweg kriminell und nicht hinnehmbar.

Gegen Ende der Woche wird unsere Kommission hier eine klare Entscheidung treffen und diese den beiden Teams auch schriftlich mitteilen.

NACHTRAG: Dank zahlreicher Zuschriften und Aussagen klären wir gerade in sportlicher Hinsicht, inwieweit welche Teams genau an dem Vorfall beteiligt waren, bzw. diesen verursacht haben.

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