Start News Shergate! Skandal oder Business?

Shergate! Skandal oder Business?

611
0
TEILEN
Purebred Goods

von Peter Angerer

Meine ganz persönliche Sicht der Dinge zu den Vorkommnissen in Bezug auf Sherdog und Tim L. wird mit Sicherheit nicht auf großen Jubel stoßen, doch ich bitte darum, sich erst Mal ein paar Minuten Gedanken über das zu machen, was ich schreibe, bevor ich einen Shitstorm ernten darf. Wie hier im Boxhaus Blog veröffentlicht, hat Tim L. (wieder mal) gewaltig daneben gelangt. Nach seinem glanzvollen Auftritt bei GMC, der schon im vergangenen Jahr für heftige Reaktionen in der ganzen Szene aus allen Lagern sorgte, hat sich Herr L. nun erneut ein Kunststück geleistet, das man gelinde gesagt umgangssprachlich unter Sportlern als „bodenlose Schweinerei“ bezeichnen könnte. Der Ex-(oder Immernoch?-)Mitinhaber (oder Mitarbeiter?) von „Ground and Pound“, einer der großen News Sites in Deutschland über MMA, hat als Ex-(oder Immernoch?-)Mitarbeiter von der weltweit führenden News Site „Sherdog“ seinen Einfluss geltend gemacht und Veranstaltungen der Serien „We love MMA“ und „FFA“ inklusive der meisten Kämpfe auf Amateurstatus setzen lassen. Mit dieser Info können jetzt erst Mal nur die Insider oder Fighter etwas anfangen, deswegen jetzt noch Mal ganz langsam für so Leute wie mich.

Trainiere im German Top Team

Unser Sport lebt von den Kämpfern. Ohne Kämpfer keine Events. Ohne Events keine Industrie mit dran (wie zum Beispiel bekannte Supplement Hersteller oder Bekleidungsmarken). Ohne diese Industrie keine Sponsoren. Ohne Sponsoren kein Geld. Davon gibt es eh zu wenig für die Sportler in unserem Sport… Was natürlich hilft, sind „unparteiische“ und „neutrale“ Medien, die über den Sport berichten, Kämpfer vorstellen etc. Die Kämpfer, Coaches und Manager freuen sich natürlich über die mediale Präsenz, denn sie ist ja gut für’s Geschäft. Denkt man. Also ich habe noch keinen Kämpfer gesehen, der sein Auto mit T-Shirts oder Supplements tanken konnte. Aber egal, bleiben wir beim roten Faden.

Nun haben einige Mitarbeiter dieser Medien in ihrem Interesse über den Sport zu berichten auch entdeckt, dass sie mit ihren Kontakten, die sie durch ihre Arbeit als Journalist bekommen, auch Einfluss nehmen können. Einfluss auf Sportler, auf Manager, auf Sponsoren und Veranstalter. Dass dies teilweise krasse Ausmaße annimmt, sieht man zum Beispiel an der Tatsache, dass ein Kämpfer in seinem Profidebüt einen Welttitelkampf bekommt…

Diese „Journalisten“, die so sehr um den Sport bemüht sind und nur das allerbeste für die Sportler wollen, wachsen so in eine Rolle des Tip- und Ratgebers hinein. Fast schon, wie ein Manager, oder? Ja, dann kann man doch gleich managen und mitverdienen. Dass spätestens ab diesem Zeitpunkt die Objektivität etwas „leidet“ dürfte wohl klar sein. Und schon geht das Geschiebe, Gedrücke und Gerangel los. Aus dem Ratgeber, der alles kontrollieren will, wird ein regelrechter „Kontroll Meister“, jemand, bei dem alle Fäden zusammen laufen und der die Puppen tanzen lässt.

Und wenn man diesen „Journalistenmanagernsponsorvermittlern“ dann auch noch die Machtinstrumente in die Hand gibt, muss man sich nicht wundern, wenn da etwas schief läuft. Genauso wie im Fall Tim L. mit Sherdog. Die deutsche Szene hat sich da schon sehr darüber ausgelassen. Namhafte Kämpfer meldeten sich (zu Recht) zu Wort. Aber eines wird dabei (ganz generel und nicht auf eine einzelne Person bezogen) immer gerne vergessen oder verdrängt: IHR habt diese Kreatur geschaffen. IHR gebt ihr Nahrung, Macht und Bestätigung. Wäre es zu EUREM Vorteil, würdet IHR applaudieren. Und das, obwohl IHR wisst, dass das Unrecht ist! Solange jeder seinen Vorteil davon hat, ist es geduldet oder sogar gewünscht. Dann ist es eben „Business“, also rein geschäftlich und nix persönliches. Wie bei der Mafia! Wenn es aber gegen die eigenen Interessen geht, dann ist es auf einmal „SPORT“ und jemand will diesem schaden! Und eine Welle der Entrüstung macht sich breit. Da wird ganz offensichtlich an „offiziellen“ Statistiken und Kampfrekorden herumgeschraubt, um manche Kämpfer schlechter und andere dafür besser aussehen zu lassen. Oder „unliebsame Konkurrenten“ etwas zu stutzen. Und warum? Na, weil ER ES KANN!!!!

IHR gebt Leuten, wie Tim L., oder Webseiten, wie den oben genannten, die Macht über Euch und den Sport! Es liegt an Euch, und wirklich nur an Euch, ob Ihr Euch für ein T-Shirt, ein paar Supplements oder 50 Euro mehr wie eine „xxx“ verkaufen lasst und Euch auch noch dafür bedankt. Gebt diesen ganzen verlogenen Geschäftemachern einen Tritt in den Allerwertesten, hört auf zu träumen und arbeitet hier und jetzt daran, dass es besser wird. Konzentriert Euch wieder darauf, dass es als Amateur nicht wichtig ist, eine Facebook Fan Page zu haben oder nach jedem Training einen neuen Videoblog zu posten. Nutzt diese Zeit und trainiert mehr! Und an all die Trainer und Coaches da draußen! Passt auf Eure Schützlinge auf! Man nimmt keinen Kampf bei der größten Promotion Europas mit drei Wochen Vorbereitungszeit an und hofft, dass es schon klappen wird! Es hat nämlich nicht geklappt! Und so wird das auch nix! Klar, ein paar Euro verdient! Aber eben wieder mal einen Kämpfer zur Schlachtbank geschickt. Für ein paar Euro! Und die Manager und Agenten könnten auch mal aufhören sich bei jedem anzubiedern, der nur irgendwie einen „Fight“ versprechen könnte. Für eine Hand voll Dollar, oder so ähnlich! Ihr seid alle von professionellem Sport so weit weg wie eine Kuh vom Mond. Da hilft es auch nix, dass Ihr Euch gegenseitig den ganzen Tag was anderes erzählt. Kommt wieder auf den Boden. Besinnt Euch! Stellt wieder den Sport und die Liebe dazu in den Vordergrund. Trainiert hart, kämpft härter und leistet mehr! Hört auf, wie kleine Mädchen die ganze Zeit rumzuheulen, wie hart doch alles ist und wie schwer ihr Euch tut. Macht es besser! Jetzt! Gebt solchen Leuten in Zukunft einfach keine Macht über Euch und den Sport, dann muss auch hinterher keiner heulen…

United Fightwear