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Quo vadis Shooto Germany?

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Purebred Goods

Philipp KrebsEs sind nun circa 9 Monate vergangen, seit meiner Ernennung zum Präsidenten der Deutschen Shooto Kommission. 9 Monate, die gezeigt haben, dass wir auf dem richtigen Weg sind. 9 Monate lang hat man neue Gesichter auf Turnieren entdeckt und ist gleichzeitig „alten Hasen“ begegnet. Diese 9 Monate möchte ich gerne als Anlass nutzen, mal die Entwicklung des Shooto in Deutschland aus meiner Sicht zu reflektieren.

Erst kürzlich las ich in einem bekannten online-Forum, dass das japanische MMA gestorben sei- dominieren schließlich andere Länder im MMA, allen voran natürlich die USA mit deren UFC!

Trainiere im German Top Team

Sicherlich fehlt seit dem „Untergang“ von Pride das Flagschiff des japanischen MMA Sports, andererseits konnte ich gestern bei Shooto in Reutlingen wieder sehen, dass die erste Organisation der Stunde doch noch genau das fabriziert was sie auch soll: technisch gute Fighter!

Es sind zu viele Kämpfer, deren Entwicklung ich als Shooto Referee hautnah begleiten konnte, um Sie hier alle zu nennen aber ein paar möchte ich euch nicht vorenthalten:

 

Tobias Huber

Dem jungen Mannheimer begegnete ich das erste Mal auf den German Vale Tudo Open 2010, als er gegen Amin Aichele kämpfte. Man sah sofort nach Kampfbeginn, dass Tobias den Kampf auf den Boden verlagern wollte und so shootete er permanent. Leider tat er das zu diesem Zeitpunkt noch sehr unbeholfen, so dass er sich bei jedem Versuch das Knie von Amin einfing! Das ging dann dreimal so, bis ich Ihn aufgrund zu starker Blutung im Gesicht aus dem Kampf nehmen musste. Gestern sah ich Ihn gegen Miroslav Tatalovic kämpfen, der sicherlich einer der stärksten Stand-Up Kämpfer aktuell im deutschen Amateur Shooto ist. Tobias kämpfte ruhig und sehr bedacht, vor allem was die Kampfverlagerung vom Stand zum Boden betrifft. Keine hastigen Shootversuche. Kein blindes „in den Mann rennen“. Es scheint, als hätte Tobias sich über den vergangenen Zeitraum einen guten Game-Plan aufbauen können.

 

Miroslav Tatalovic

Ebenfalls auf der letztjährigen German Vale Tudo Open, kämpfte der junge Münchner das erste Mal im Amateur Shooto und musste sich hierbei dem Schweizer Yannik Isemann, einem Schüler von Shidokan Schwarzgurt Dany Mayer, durch Submission geschlagen geben. Miroslav begann als reiner Stand- Up Kämpfer und entwickelte sich über die Zeit zu einem Allrounder, der seine Kämpfe ähnlich wie seinerzeit Chuck Lidell führt – mit knallhartem Standup und einer hervorragender Takedown-Defense.

 

Daniel Saric

Daniel kam vom Thaiboxen und ich war gespannt, wie er sich im Shooto schlagen würde. Lange Rede kurzer Sinn. Er kam, sah, siegte und war nach ein paar Monaten Training bereits deutscher Meister im Amateur-Shooto. Doch seine Entwicklung stand damit erst am Anfang und so kämpfte er in den ersten drei Quartalen des Jahres auf so ziemlich jedem Shooto-Event welches abgehalten wurde. Selbst als die Kommission Ihn nach einem schweren KO auf der FIBO in Essen sperren musste, entschloss er sich, einen Shooto- Grapplingkampf zu absolvieren. Sein Gegner hierfür war der Kölner Ediz Bektas, ein Schüler von Peter Schira aus dem Team Augusto Ferrari! Zwar verlor Daniel den Kampf, jedoch konnte er zeigen, welche Fortschritte der einstige Thaiboxer im Grappling gemacht hat. Ein eingesprungener Armbar zum Beginn der Runde überraschte sogar seinen Gegner!

 

Wie bereits weiter oben vermerkt, gibt es zu viele Kämpfer die man hinsichtlich der positiven Entwicklung nennen könnte. Wichtig hierbei ist mir vor allem, dass man sieht, welche Chance einem das Amateur Shooto bietet. Ich sah Kämpfer auf Profi-Veranstaltungen, die ohne wirkliche Kenntnisse im MMA durch den Ring geprügelt wurden und bin mir sicher, dass der ein oder andere danach nie wieder gekämpft hat! Shooto zielt darauf, die Kämpfer vom Amateur Level bis hin zu den Profis zu begleiten und gleichzeitig für technisch anspruchsvolle Kämpfe zu sorgen. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt uns die Vielzahl von japanischen Profis, die allesamt aus dem Shooto-Schoß entwachsen sind!

Ich freue mich jetzt schon auf die Finalkämpfe in Aschaffenburg am 19.11.2011, denn diese runden das sicherlich erfolgreiche, erste, Jahr der japanischen Kult-Promotion in Deutschland ab!

An dieser Stelle möchte ich nochmals allen Mitgliedern der Kommission für Ihre stets gute Arbeit und Ihr Engagement danken! Domo Arigatou!

 

 

Wir sehen uns in Aschaffenbug!

 

Philipp Krebs

Präsident Shooto- Kommission Deutschland

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