Start News 2x Silber und 3x Bronze bei der Shooto EM in Holland

2x Silber und 3x Bronze bei der Shooto EM in Holland

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Shooto Team DeutschlandGestern wurden in Deventer (Holland) die elften Europameisterschaften der Amateure im Shooto ausgetragen. In den vergangenen Wochen wurde von Shooto Germany ein Nationalteam aufgestellt, welches die Bundesrepublik bei diesem Anlass vertreten durfte. Mit insgesamt 5 Medaillen bei 10 Startern dürfte man auf den ersten Blick eigentlich ganz zufrieden sein. Eigentlich…

Um es vorweg zu nehmen: die deutschen Shooter haben sich ausnahmslos gut und wacker geschlagen. Man hat gesehen, dass die gezielte Vorbereitung Früchte getragen hat und man merkte deutlich, dass hier ein echtes Team am Start war. Alle Kämpfer und Coaches aus den Schulen des KS Gym München, MMA Michelstadt, LAC Frankfurt, MAA Mannheim, AC Bavaria Forchheim und dem German Top Team verstanden sich gut, unterstützten sich gegenseitig beim Aufwärmen und bei den Kämpfen und arbeiteten sehr gut zusammen.

Trainiere im German Top Team

Den Anfang machten Sami Aita (MMA Michelstadt) und Hoah van Thanh (KS Gym München) im Federgewicht. Sowohl Sami, als auch Hoah, gewannen ihren ersten Kampf. Hoah verlor seine zweite Begegnung nach Punkten und mussten dann nochmals gegen Sami im Halbfinale ran. Hoah unterlag Sami in einem guten Match nach Punkten und musste sich somit mit dem 4. Platz zufrieden geben. Sami lieferte sich im Finale ein packendes Match mit seinem holländischen Gegner, war aber über den gesamten Kampfverlauf der aktivere und suchte ständig das vorzeitige Ende mit Submissions. Nach zwei Runden gaben die holländischen Punktrichter den Kampf unentschieden und es wurde eine Verlängerung von 2 Minuten angesetzt. Hier war Sami eindeutig der aktivere und am Boden arbeitete er wieder aktiv auf die Submission hin. Nach dieser Verlängerung rechnete die deutsche Ecke mit einem Punktesieg für Sami, doch der Holländer wurde zum Punktesieger erklärt. Somit musste sich Sami, der eine tolle EM gekämpft hatte, mit dem etwas undankbaren zweiten Platz und der Silbermedaille zufrieden geben.

Im Leichtgewicht -65 kg schied Sebastian Engel (LAC Frankfurt) in seinem ersten Kampf durch Submission aus. Miroslav Tatalovic (KS Gym München) holte sich im ersten Match einen Punktesieg und unterlag im Halbfinale dann ebenfalls nach Punkten. Die zweite Bronzemedaille für Deutschland.

Amin Aichele (German Top Team) lieferte im Viertelfinale des Weltergewichts -70 kg eine tolle Vorstellung ab und zwang seinen Gegner aus Belgien mit einem Beinhebel zur Aufgabe. Im Halbfinale traf er auf einen Holländer, den er über 4 Minuten hinweg zu Boden brachte und ununterbrochen mit Beinhebeln attackierte. Obwohl der Holländer keine aktive Aktion in diesem Kampf brachte und nur „überlebte“ wurde er zur großen Verwunderung zum Punktesieger in diesem Kampf erklärt. Eine bittere Pille für Amin, der sich hart und konzentriert auf diese EM vorbereitete und sich mit dem undankbaren vierten Platz abspeisen lassen musste.

Im Mittelgewicht unterlag Mehran Ranjkash (LAC Frankfurt) in seinem ersten Kampf durch Submission und konnte leider nicht seine gewohnt starke und gute Leistung zeigen. Doch Mehran wird bald wieder im Ring zurück sein und zeigen, dass er nicht umsonst die Nr. 1 in dieser Gewichtsklasse in Deutschland ist.

Sascha Richter (KS Gym München) startete ungeschlagen im Halbschwergewicht -83 kg und galt als einer der Favoriten aus deutscher Sicht. Diese erfüllte er auch eindrucksvoll in seinem ersten Kampf und siegte schnell und sauber mit Mata Leao. Imzweiten Match attackierte sein Gegner mit einem Beinhebel, Sascha verteidigte und beim Gegenangriff saß der Angriff des Gegners plötzlich und Sascha musste aufgeben. Eine echte Überraschung für das deutsche Team aber ein schön herausgearbeiteter Sieg seines holländischen Gegners. Sascha musste nun seine erste Niederlage im Shooto einstecken aber man kann sich sicher sein, dass er bei seinem nächsten Kampf noch stärker und fokusierter zurück kehrt.

Im Cruisergewicht -91 war Marco Wüst (MAA Mannheim) am Start. Nachdem sein Halbfinalsgegner nicht antrat war Marco kampflos im Finale, wo er sich einem starken Gegner klar nach Punkten geschlagen geben musste. Dies bedeutete zwar die zweite Silbermedaille für Deutschland, aber eben nur durch eine Niederlage. Marco wird mit Sicherheit bald wieder zeigen können, was in ihm steckt.

Das Schwergewicht -100 kg war mit Bastian Schäfer (German Top Team) besetzt und sorgte für eine weitere Unverständlichkeit. Da nur drei Kämpfer in dieser Klasse gemeldet waren, hatte Bastian ein Freilos ins Finale. Im Halbfinale der anderen beiden Kämpfer aus Finnland und Holland siegte der Finne klar nach Punkten und stand also als Gegner von Bastian fest. Noch bevor sich Bastian für das Finale aufwärmen konnte wurde er plötzlich zum Ring gerufen und sollte nun auf einmal gegen den Holländer antreten. Chaos, Stress und viel Druck! Bastian zog schnell die Ausrüstung an, ging unvorbereitet und nicht einmal aufgewärmt in den Ring und unterlag durch TKO. Bevor alle realisiert hatten, was eigentlich passiert war, war alles auch schon wieder vorüber. Der Holländer kämpfte dann nochmals gegen den Finnen im Finale und unterlag durch Submission. Welches Turniersystem hier angewandt wurde, bleibt unverständlich… „Bronze“ für Bastian Schäfer.

Im Superschwergewicht +100 kg unterlag Alexander Täubl (AC Bavaria Forchheim) unterlag in seinem Halbfinale dem späteren Champion aus Holland durch High-Kick KO. Der erste internationale Einsatz des 19jährigen Alex muss als Erfahrungswettkampf verbucht werden und nach seiner Sperre wird er sich sicherlich wieder im Ring zeigen. Die letzte „Bronze“-Medaille für das deutsche Team.

Es war von vorneherein klar, dass man in Holland Kämpfe verlieren würde. Das Niveau war durchwegs sehr gut und vor allem im Stand sind die holländischen Kämpfer eine Klasse für sich. Allerdings waren die Punktewertungen und der „geänderte Turniermodus“ bei den Kämpfen von Sami Aita, Amin Aichele und Bastian Schäfer nicht klar und nachvollziehbar, was zu Unverständnis und teilweise auch Missmut bei den deutschen Kämpfern führte. Ändern oder besprechen lässt sich in diesen Fällen im Nachhinein sowieso nichts, womit man sich halt mit diesen Umständen abfinden muss. Egal, nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Nun gilt es, sich auf die kommenden Events vorzubereiten und nach vorne auf die EM im nächsten Jahr zu schauen.

Hier noch die Liste der neuen Europameister:

Gillian Jansen, Holland -60 kg
Danny Peters,Holland -65 kg
Hubert Geven, Holland -70 kg
Juho Valamaa, Finland -76 kg
Patrick Drees, Switzerland -83 kg
Thomas Hanno, Belgium -91 kg
Pekka Soikkeli, Finland -100 kg
Ismael Lazaar, Holland +100 kg

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