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German Vale Tudo Open Resüme

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German Vale Tudo OpenEs war wohl eines der am mit meisten Spannung erwarteten Kampfsportereignisse des Jahres: am 11. Dezember 2010 veranstaltete Shooto Germany zusammen mit dem German Top Team die ersten German Vale Tudo Open in der Reutlinger Wittumhalle. Wie in Japan, so sollte auch dieses Event einen traditionellen Jahresabschluss der diesjährigen Saison bieten. Kämpfer, die das ganze Jahr über eine beständige Leistung gezeigt haben, sollten hier die Möglichkeit haben, vor Publikum und den Medien aufzutreten. Zum Einen boten hierfür die Kämpfe des Vorprogramms Platz, zum Anderen standen natürlich auch die Kämpfe um die Deutsche Meisterschaft des Shooto in der C Klasse an. Zeitgleich wurden auch die ersten Profikämpfe des Shooto in Deutschland abgehalten. Vier erlesene Kampfpaarungen standen auf dem Programm und dass auch der Europäische Shooto Verband mittlerweile ein Auge auf die Dinge in Deutschland geworfen hat, zeigte die Anwesenheit des Vorsitzenden der Europäischen Shooto Kommission Rafles La Rose, der eigens zu diesem Event aus Holland eingeflogen wurde.

Die Ergebnisse der Kämpfe wurden bereits wenige Stunden nach der Veranstaltung auf Ground and Pound veröffentlicht, die Videos der Kämpfe und Interview mit den Fightern folgten nur wenige Stunden später auf Fight4Pride. Damit hat man es geschafft, innerhalb von 36 Stunden nach dem Event alle Ergebnisse, Berichte und auch Videos und Bilder von den Kämpfen zugänglich und verfügbar zu machen. Eine tolle Leistung des Veranstalters und der eingebundenen Partner und sicherlich ein großes Bonbon für die Kämpfer und Fans.

Trainiere im German Top Team

Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht nochmals das gleiche Lied wie all die Anderen singen; eine detaillierte Betrachtung der Kämpfe mit allen Videos folgt hier auf Kakutogi in den nächsten zwei Wochen schrittweise und die Resultate der Kämpfe sind schon längst in Japan und Holland angelangt, wo sie in den entsprechenden Ranglisten berücksichtigt werden. Mein Augenmerk in diesem Resüme ist auf ein paar wenige Kämpfer und einzelne Begegnungen gerichtet, die es verdienen, etwas näher unter die Lupe genommen zu werden, damit sie im richtigen Licht erscheinen. Dies geschieht natürlich auf einer subjektiven Basis und möchte betonen, dass es ich dabei nicht um die Meinung der Kommission in Deutschland sondern nur um meine persönlichen Ansichten handelt.

Zunächst einmal möchte ich die Gelegenheit nutzen und allen Sportlern, den Offiziellen, den zahlreichen Helfern und auch den Zuschauern für eine tolle und meiner Meinung nach gelungene Veranstaltung danken. Vor allem aber meiner Frau Teresa gebührt hier ein besonderer Dank, da sie gerade im Vorfeld der Veranstaltung nicht nur den ganzen Hochzeitsstress, sondern auch die Vorbereitungen zu dem Event toll gemeistert hat und immer wie ein Fels in der Brandung an meiner Seite stand. Ich persönlich schätze mich glücklich, dass mit den German Vale Tudo Open nun endlich die erste Profiveranstaltung des Shooto in Deutschland stattgefunden hat und derart reibungslos über die Bühne lief. Es erfüllt mich mit Stolz zu sehen, welchen Weg wir in nur einem Jahr zurückgelegt haben und ich finde es toll, dass unsere Arbeit von so vielen kompetenten und engagierten Menschen mitgetragen und unterstützt wird.

Das Kampfgericht

Mit Rafles La Rose haben wir den wohl wichtigsten Mann in Europa bei unserem Event im Kampfgericht und im Ring gehabt. Auch Mikael Heydari, der offizieller Shooto Referee ist, hat das Wirken des Kampfgerichts stark unterstützt. Besonders stolz bin ich aber auf Philipp Krebs, der in allen Amateurkämpfen der Dritte Mann im Ring war. Philipp hat sich in sehr kurzer Zeit zu einer wahren Stütze des Shooto in Deutschland und der Kommission entwickelt und wieder einmal einen hervorragenden Job gemacht. Ich bin mir sicher, dass Philipp gerade als Kampfleiter nicht mehr lange nur in Deutschland aktiv ist und freue mich für ihn, dass er wohl auch bald im Ausland bei anderen Shooto Events zum Zuge kommt. Insgesamt hat das Kampfgericht fehlerfrei und professionell gearbeitet und es freut mich, dass wir in Deutschland auf eine derart toll eingespielte Kommission bei unseren Veranstaltungen zurückgreifen können.

Bester Kampf

Der „Fight of the Night“ war für mich definitiv die Begegnung zwischen Harry Sauter und Frank Stäblein um die Deutsche Meisterschaft im Leichtgewicht. Frank bringt da mehrere Jahrzehnte Erfahrung mit in den Ring und Harry repräsentiert die neue Generation der Shooter in Deutschland. Beide haben in diesem Kampf alles gegeben und gezeigt und der Sieg von Frank war eine tolle Belohnung für ihn nach einem ohnehin sehr erfolgreichen Jahr 2010. Dass Harry mit Frank dabei über die Zeit geht ist für mich schon eine kleine Sensation und ich freue mich für beide, dass sie einen derart tollen Fight geliefert haben, der für mich das Shooto in Deutschland mehr als treffend dargestellt hat.

Beste Submission

Da muss man wohl gar nicht lange überlegen. Als Daniel Ackerman den Spanier Ezekiel Zayas mit einem Bilderbuch-Armstrecker zur Aufgabe zwang, stand wohl jedem in der Halle der Mund offen. Alles ging so schnell und lief so rund ab, dass es schon fast unreal wirkte. Ich hatte den Kampf schon seit zwei Jahren im Kopf und wollte immer wissen, wer hier wohl wen zur Aufgabe zwingt. Daniel hat in diesem Kampf einfach einmal wieder bewiesen, dass er zu den ganz großen in dieser Gewichtsklasse gehört und in Deutschland vor niemandem Angst haben muss. Sein Spiel am Boden ist einfach derart flüssig, dass es eine wahre Freude ist, ihm beim Kämpfen zuzuschauen. Ich hoffe, dass er im nächsten Jahr so schnell wie nur möglich wieder zum Zug kommt.

Bester Knockout

Dass wir den besten Knockout schon im Vorprogramm sehen werden, hätte ich ehrlich nicht gedacht. Aber als das erste Knie von Amin „Aminari“ Aichele bei Tobias Huber, dem Sieger der Dutch BJJ Open, einschlug, gingen sogar mir fast die Lichter aus. Das Timing von Amin war perfekt und er hat an seiner Linie immer festgehalten. Noch im Sommer hatte Amin gegen Tobias bei den Deutschen Meisterschaften der DGL durch Submission verloren und er hat vor dem Kampf immer gesagt „Im Shooto laufen die Uhren anders“. Es war schon der Hammer, wie dieser Jungspund in bester Anderson Silva Manier die Angriffe von Tobias mit harten Knien beantwortete und noch in der ersten Runde das TKO schaffte. Da hat einer eine große Zukunft vor sich!

Überraschung des Abends

Das war ohne Zweifel der Sieg des Franzosen Ben Amor Samy im Main Event über den hoch favorisierten Anthony Durnell. Während Anthony in Deutschland mittlerweile schon sehr bekannt ist, hat Ben bis zu diesem Abend wohl niemand gekannt. Außer mir. Da Ben vom Shidokan ist habe ich ihn in der Vergangenheit schon ein paar Mal kämpfen sehen und ich habe gewusst, dass er sicherlich zu sehr unterschätzt wird. Ich selbst war mir sicher, dass Ben zumindest einen wahnsinnigen Kampf liefern wird. Als er dann Anthony noch in der ersten Runde mit einer tollen Kimura zur Aufgabe zwang, war sogar ich ein wenig überrascht. Der Junge hat ein großes Potential und wenn er in den Ring steigt, dann um wirklich zu kämpfen. Genau das hat er am Samstag gezeigt und damit wohl für die Sensation des Abends gesorgt.

Vielversprechendster Kämpfer

Daniel Saric hatte erst vor vier Monaten seinen ersten Shooto Kampf. Seitdem hat der Junge fast jeden Tag trainiert und einen unglaublichen Fleiß an den Tag gelegt. Gepaart mit seinem Talent und seinen technischen Fortschritten musste das irgendwann zum Erfolg führen. Aber wirklich niemand hätte gedacht, dass es so bald sein würde. Eigentlich hätte er ja im Vorprogramm kämpfen sollen. Erst letzte Woche, als Matthias Merkle aufgrund einer Erkrankung ausfiel, rückte er als Nr. 3 für den Deutschen Titelkampf nach. Seine Leistung gegen den Aschaffenburger Andreas Seredin war einfach überirdisch und der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit Sicherheit eines der größten Erfolgserlebnisse für Daniel. Er wird noch ein Jahr als Amateur kämpfen und dort sicherlich seinen Weg machen. Wenn man seine bisherige Entwicklung betrachtet, dann freue ich mich schon auf seine nächsten Kämpfe im kommenden Jahr. Auf jeden Fall hat er das Potential ein guter Profi zu werden. Die Zeit wird es zeigen.

Fotos und Videos mit freundlicher Genehmigung von Fight4Pride.

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