Shooto Awards: Benjamin Nüßle

Shooto Awards: Benjamin Nüßle

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Benjamin NüßleEr ist mit Sicherheit einer der herausragenden Kämpfer im vergangenen Jahr: der Reutlinger Benjamin Nüßle vom German Top Team gewann mit 27% der Stimmen die Wahl zum „Besten Profi Shooter 2011“. Auf Platz zwei sehen wir den Mainzer Nils Wernersbach von der Suum Cuique mit 21% aller Stimmen, gefolgt von Stefan Hoss vom German Top Team, der noch 20% der gültigen Votings auf sich vereinen konnte. Doch an dem Sieg von Benjamin Nüßle hat nach der beeindruckenden Leistung gegen Achilleas Chalkidis in Aschaffenburg wohl keiner mehr gezweifelt. Dabei hatte die Profikarriere des Reutlingers gar nicht so rosig begonnen und er musste einen langen und schweren Weg gehen, um heute da zu stehen, wo er jetzt ist. Wir stellen Euch Deutschlands besten Profi Shooter etwas näher vor.

Nüßle ist einer der wenigen Kämpfer in Deutschland, die ihre Karriere noch auf die „alte Schule“ machen wollen. Das heißt, dass man gegen möglichst viele viel bessere Gegner antritt, um schnell die eigenen Fehler zu erkennen und ausmerzen zu können. Hört sich ziemlich hart an? Ist es auch! Bei seinem Debüt im MMA stand er nach 6 Monaten Training gleich zweimal im Käfig: erst gegen einen BJJ Schwarzgurt aus den USA und ca. eine Stunde später nochmals gegen Gregor Herb. Damit ist eigentlich schon klar, wie ernst der GTT Fighter seine Karriere nimmt. Im ersten Jahr bei den Amateuren verlor Nüßle jeden Kampf und viele hatten den beherzten und engagierten Fighter schnell abgeschrieben. Kein normaler Mensch macht so etwas lange mit. Doch der BWL Student strafte alle Zweifler Lügen, arbeitete hart an sich, seiner Kondition und seinem Groundgame. Das bekamen alle schnell zu spüren, als er 2009 das „Fight2Finish“ Turnier in München gewann und dabei auch den international sehr erfolgreichen Gerhard Tenhünfeld mit einer Submission schlagen konnte. Das war schon ein Ding und das erste Zeichen, dass die harte Arbeit Früchte trägt. Im Shooto startete Nüßle dann richtig durch und gewann Kampf um Kampf. Lediglich auf der Europameisterschaft musste er sich im Halbfinale dem späteren Sieger aus Holland geschlagen geben. Doch anstatt 2010 dann um den Deutschen Titel bei den Amateuren zu kämpfen wählte er lieber wieder den harten Weg und stellte sich in einem Profikampf dem spanischen Ausnahme BJJ Kämpfer Alfredo Merelo Aguilar.

Trainiere im German Top Team

Nüßle kämpfte hart und gut, unterlag aber am Ende der ersten Runde durch eine Submission. Und schon wieder wurden die Stimmen der Zweifler laut. Und wieder hörte Nüßle und sein Team einfach weg und machte weiter. Bei „Aces of MMA“ in Fürstenfeldbruck kämpfte Nüßle dann gegen den haushoch favorisierten Sunay Hamidov vom Team MMA Spirit, der mittlerweile auch bei M1 unter Vertrag steht. Wieder unterlag Nüßle in der ersten Runde und bezahlte bitter Lehrgeld gegen den starken Hamidov. Nun wussten es schon alle besser und schrieben den Reutlinger im Profigeschäft ganz ab.

Doch das Team um ihn und er selber hatten da ganz andere Pläne. Bei dem Profikampf gegen den Aschaffenburger Achilleas Chalkidis (Arena Aschaffenburg), einem Schüler von Franco de Leonardis und mehrfacher Combat Sambo Champion, zeigte Nüßle, dass die harten Jahre allesamt nicht umsonst waren. In einer packenden Ringschlacht über zwei volle Runden konnte der Reutlinger seinen überaus starken Konkurrenten am Boden klar dominieren und sicherte sich in dem wohl packendsten Profikampf des letzten Jahres eine einstimmige Punktrichterentscheidung. Ein Erfolg, der weder zufällig war, noch von irgendwoher kam. Dieser Erfolg war das Ergebnis jahrelanger Aufbauarbeit, gepaart mit einem eisernen Willen und einem unbeugsamen Kampfgeist. Attribute, die man in der heutigen Zeit immer seltener im Profigeschäft antrifft…

Foto: www.peter-hawk.com

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