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Nachbetrachtung „No Compromises FC“ in Hamburg

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von Peter Angerer

ncfc„Nur wer den Ball hat, wird angegriffen!“. Mit dieser Weisheit musste sich Veranstalter Gökhan Aydin schon im Vorfeld zu „No Compromises FC 2“ am vergangenen Samstag in Hamburg auseinander setzen. Das MMA Event in der Sporthalle Hamburg am Abend des Championsleague Finales stand im Vorfeld arg unter Beschuss. Selbsternannte Retter des MMA in Deutschland griffen auf Facebook das Label extrem scharf an, da Aydin bekannt gegeben hatte, dass auf einer Leinwand auch das Fußballspiel aus dem Wembley Stadion in London übertragen wird. Eine geplante Steinigung von Aydin wegen dieses Fauxpas konnte jedoch in letzter Minute noch verhindert werden…. Dass zufällig eine Woche später ein MMA Event des aufrufenden „Mitbewerbers“ in der selben Halle stattfindet, hat natürlich nichts mit dem entrüsteten Aufruf zu tun. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Trainiere im German Top Team

Mit dem ersten Event in Bremen im Februar hatte sich No Compromises eindrucksvoll in der deutschen MMA Szene etabliert. Unter denkbar schlechten Vorzeichen, die von den Hatern über das Internet im Vorfeld marktschreierisch kund getan wurden, startete nun die zweite Auflage in einem deutlich größeren Rahmen. Und um es gleich vorweg zu nehmen: zumindest ich finde, dass No Compromises wieder ganze Arbeit geleistet hat. Was die ca. 1.500 Zuschauer in der Halle zu sehen bekamen, war ein gutes MMA Event mit Rahmenkämpfen im Boxen, Kickboxen und Brazlian Jiu-Jitsu. Die Titelturniere im Leichtgewicht der Herren und bei den Frauen bestachen durch packende harte Fights, die dem Publikum wirklich alles boten, was der Sport eben zu bieten hat. Ein kostenloser Livestream im Internet über die Facebook Seite von „No Compromises“ für die Fans, erfahrene und zu jeder Zeit gut agierende Kampfleiter, ein gutes Kampfgericht, professionelle Cutmen in den Ecken, tolle Licht- und Lasertechnik in der Halle, super Beschallung, eine gute Fightcard und die Anwesenheit der marktführenden Medien bildeten einen Rahmen, den man so in dieser Art nur bei den Top Events in Deutschland sieht. Und da gehört „No Compromises“ spätestens seit Hamburg einfach dazu. Dass die Halle nicht randvoll war (bei dieser Größe), mag den Hatern und der Konkurrenz zwar gefallen, aber immerhin brachte man mit 1.500 Zuschauern eine wirklich beachtliche Menge an Zuschauern in die Halle. Und das an einem Championsleague Finalabend! Nicht meckern, sondern nachmachen! Aber dazu besteht ja am kommenden Samstag die Gelegenheit. Danach kann man sicherlich nochmal reden.

Aber bei viel Licht gibt es auch ein bisschen Schatten. Das Mis-Match zwischen Sebastian Risch und Andre Schug war wirklich hart anzusehen und sportlich in keinster Weise zu vertreten. Einen Gewinner gab es bei diesem Kampf nicht. Weder die Zuschauer, noch Schug, noch Risch oder gar der Veranstalter haben mit diesem Fight etwas gewonnen. Solche Kämpfe sind eigentlich nur dazu geeignet, sich als Zuschauer mal das nächste Bier zu holen, wenn derartige Kämpfe nicht so verdammt schnell vorbei wären…. Eine Kampfansetzung, die dem Event nicht zur Ehre gereichte. Und auch das sechs Runden andauernde „Boxduell“ des frisch gebackenen Felix Sturm Herausforderers entpuppte sich leider als „Kasperletheater“, das wirklich nicht einmal die Hardcore Boxfans begeistern konnte. Aber bis auf diese zwei Fehlgriffe wurden ausnahmslos gute Fights geboten, welche das Publikum begeisterten und für Stimmung sorgten.

Eines hat Gökhan Aydin mit seiner Crew bei „No Compromises FC 2“ auf jeden Fall bewiesen: man ist in der Lage Qualität auch unter suboptimalen Rahmenbedingungen (Championsleague) abzuliefern. Meiner Meinung nach hat NCFC damit seine Stellung weiterhin untermauert und gehört schon nach zwei Events zu den festen Größen in unserem Sport in Deutschland.

PS: die ca. 20 Fußballfans, welche das Finale auf der kleinen Leinwand in der Ecke verfolgt haben, fühlten sich Gott sei Dank nicht allzusehr von der MMA Veranstaltung gestört und haben sich gefreut, dass man auch an sie gedacht hat… Es geht also auch miteinander. Und zumindest ich finde die Übertragung eines Fuballspiels auf einer kleinen Leinwand nicht so schlimm, wie das ständige Zur-Schau-stellen von pseudo-scharfen Mädels und ihren körperlichen Vorzügen vor, während und nach den Kämpfen. Aber auch so etwas ist halt Geschmackssache…

Foto: www.fotoseven.com

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