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Shooto Stuttgart: der Bericht!

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181247_10200418583405207_1171032705_nAcht Profikämpfe im Shooto waren am Samstag in der Stuttgarter Tivoli Halle zu bewundern und wussten dem zahlreich erschienenen Publikum zu gefallen. Doch neben viel Licht gab es für einige Kämpfer auch Schatten, denn einige der zuvor haushoch gehandelten Favoriten mussten bittere Niederlagen einstecken. Doch zuvor das Wesentliche: Shooto Stuttgart hat auf ganzer Linie überzeugt. Auch ohne Laser- und Lichtershow und halbnackte Ringgirls zog das Shooto die Stuttgarter in seinen Bann. Knallharte Kämpfe, spektakuläre KOs und technisch anspruchsvolle Submissions zogen das Publikum schnell in seinen Bann. Wir beschränken uns in unserer Berichterstattung ausschließlich auf die Profibegegnungen des Abends.

Fabian Ultes (Kongs Gym Heidelberg) vs. Sebastian Ulitzka (AC Bavaria Forchheim)

Trainiere im German Top Team

Der amtierende Deutsche- und Vizeeuropameister der Amateure Ultes aus Heidelberg hatte mit dem Forchheimer keinerlei Probleme. Bevor man sich versah, hatte Ultes den Forchheimer schon zu Boden gebracht und dort mit heftigem Ground and Pound eingedeckt, so dass Referee Mikael Heydari bereits nach 35 Sekunden genug gesehen hatte und den Kampf abbrach. Eine gewohnt beeindruckende Vorstellung von Ultes, der in diesem Kampf zu keiner Sekunde gefordert war und somit „locker“ in das Finale des 70 kg Titelturnierses vorzog.

Florian Lenz (German Top Team) vs. Tobias Huber (Choke Mannheim)

Huber, der zuletzt bei Kombat Komplett erneut durch Submission siegreich war, galt als der klare Favorit in seinem Kampf gegen den Debütanten Florian Lenz. Doch Lenz war auf den Kampf perfekt eingestellt. Aus einem ersten Schlagabtausch ging es durch einen Wurf von Lenz direkt an den Boden, wo Huber versuchte den Kampf mit seiner Guard unter Kontrolle zu bekommen. Lenz passierte die Guard in die Mount und stieg direkt in eine Triangle über, die Huber extrem lang verteidigte. Allerdings gab aus dem Würger von Lenz kein Entkommen und ein sichtlich demoralisierter Huber musste nach knapp zweieinhalb Minuten aufgeben. Ein sensationeller Sieg für den Reutlinger, der sich schon bei der MMA Bundesliga in einer sehr starken Form präsentierte und nun im Finale der 65 Klasse um den Titel kämpfen darf.

Craig Taylor (Stallions Cage) vs. Nico Ingrisch (Kamikaze Karate)

In diesem B Klasse Kampf machte der Stuttgarter Taylor seine Fans überglücklich. Direkt zu Kampfbeginn machte Ingrisch mit den Takedownqualitäten von Taylor Bekanntschaft und landete unsanft auf dem Ringboden. Von da an hatte Taylor stehts die totale Kontrolle. Ein erster Versuch einer Guillotine war zunächst noch zu überhastet und erfolglos aus dem Scramble heraus. Doch bei der zweiten Gelegenheit kurz darauf machte Taylor den Sack zu und zwang Ingrisch mit einer Guillotine zur Aufgabe. Unter dem Beifall seiner Freunde und Fans holte er sich in seinem ersten Profikampf nach nur knapp etwas mehr als zweieinhalb Minuten den Sieg und wurde frenetisch gefeiert.

Nicholas Djember (Stallions Cage) vs. Aftab Khan (AC Bavaria Forchheim)

Der Europameister der Shooto Amateur Djember wurde vor heimischem Publikum seiner Favoritenrolle mehr als gerecht. Der dominierte Khan von Anfang an und arbeitete gut mit einer tollen Übersicht und seinen Reichweitenvorteilen. Khan fand nie die richtige Distanz zu dem Stuttgarter und konnte so nicht in den Kampf finden. Bereits nach knapp über eineinhalb Minuten in der ersten Runde schickte Djember den Forchheimer mit einem Kniestoß zur Leber auf die Bretter und setzte sofort mit gutem Ground and Pound nach, um sich das Ticket für den Finalkampf am 30. November in Herne gegen Florian Lenz zu holen. Eine beeindruckende Vorstellung des Stuttgarters.

Marc Becker (Suum Cuique) vs. Kostja Götte (Planet Eater)

Der Balinger Submissionspezialist Götte war eindeutig der Favorit in diesem Kampf. Bisher ungeschlagen mit ausnahmslos vorzeitigen Siegen in seinem Rekord war Götte zumindest auf dem Papier kein Geheimtipp mehr. Doch der Mainzer Marc Becker zeigte sich extrem gut vorbereitet und mit einem klaren Gameplan in den Kampf kommenden. Über drei harte Runden setzte der Mainzer DGL Kämpfer das Konzept seiner Ecke konsequent um, holte sich die Takedowns und neutralisierte Göttes Submissionversuche aus der Oberlage mit viel Druck und Ground and Pound. Götte fand gegen dieses Konzept kein geeignetes und wirkungsvolles Mittel. Ungefährdet, wenn auch nicht spektakulär, holte sich Becker einen einstimmigen Punktesieg und stand somit als Finalgegner von Fabian Ultes am 30. November in Herne fest.

Sascha Massafra (KS Gym München) vs. Emanuel Dilson (Stallions Cage)

Der Münchner Massafra machte auch in diesem Kampf ein Ende mit dem Favoritenstatus des Stuttgarters Dilson. Massafra verstand es über zwei Runden die gefährlichen Takedowns des starken Ringers zu verhindern und konnte den Standkampf klar für sich entscheiden. Dilson war zu jeder Sekunde brandgefährlich, konnte aber Massafra nie in echte Bedrängnis bringen. Obwohl dem Stuttgarter in beiden Runden ein Takedown gelang, konnte er Massafra nicht am Boden halten und unter Kontrolle bekommen. Der „italienische Hengst“ feierte damit in seinem Profidebüt einen wichtigen Sieg, der nach zwei Runden einstimmig durch die Punktrichter bestätigt wurde.

Murat Soysüren (Stallions Cage) vs. Emlika Uzoetoh (Fitness Feuerbach)

Soysüren, der sich kurzfristig auf einen neuen Gegner einstellen musste, meisterte diese Aufgabe perfekt! Der größere Thaiboxer Uzoetoh hatte gegen die starken Takedowns von Soysüren kein Rezept und wurde am Boden mit hartem Ground and Pound und einer guten Positionsarbeit kontrolliert. Nach knapp vier Minuten holte sich Soysüren den Rücken seines Gegners und setzte einen Würgegriff an, der Uzoetoh keine andere Wahl lies, als abzuklopfen. Eine rundum dominante Vorstellung von Soysüren, der für diesen Sieg lautstark von seinen Fans gefeiert wurde.

Thorsten Thiel (Stallions Cage) vs. Valdrin Istrefi (Berserker Fight Team)

Thiel war in diesem Fight der klare Favorit, obwohl auch er sich recht kurzfristig auf einen neuen Gegner einstellen musste. Für den ursprünglich geplanten Jürgen Dolch sprang der Liechtensteiner Istrefi ein, der von Mike Kieber trainiert und betreut wird. In der ersten Runde sah auch noch alles nach einem Sieg für Thiel aus, der Istrefi nach Belieben dominierte, aber eben nicht zur Aufgabe zwingen konnte. Diese Submissionversuche in der ersten Runde haben den Stuttgarter auch sichtlich viel Kraft gekostet und er ging frustriert und erschöpft in eine zweite Runde, die nun von Istrefi bestimmt wurde. Recht unspektakulär holte sich Istrefi nach einem Schlagabtausch im Stand am Boden den Rücken von Thiel und zwang ihn kurz darauf mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe. Sehr emotional freute sich Istrefi über diesen überraschend einfachen Sieg in der zweiten Runde und hinterließ einen frustrierten Thiel.

Foto: Yvonne Massafra
United Fightwear