Start News „Ab nächstes Jahr gibt es nur noch die GEMMAF in Deutschland!“

„Ab nächstes Jahr gibt es nur noch die GEMMAF in Deutschland!“

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Purebred Goods

Das ist mal eine Aussage! Als ich mit diesem Satz letzte Woche in einem Telefongespräch mit dem Vorsitzenden der GEMMAF Tom Madsen konfroniert wurde, blieb mir kurz die Spucke weg. Und das ist ehrlich gesagt gar nicht so leicht anzustellen. Aber mit nur einem Satz wurde es vollbracht. Ganz beiläufig und sehr glaubhaft kam dieser Satz ziemlich zu Beginn unseres Gesprächs. „Ab nächstes Jahr gibt es nur noch die GEMMAF in Deutschland.“ Ich brauchte kurz, bis ich die Tragweite dieses Satzes begriffen hatte und stellte dann die Gegenfrage, ob schon klar sei, dass ich als Präsident von Shooto Germany agiere. Natürlich war das klar, und man wolle mir auch nicht verbieten, das Shooto zu betreiben. Aha! Da atmete ich natürlich gehörig auf. Ich dachte schon, ich muss alles, was ich in den letzten drei Jahren aufgebaut hatte, hinschmeissen und einstampfen. Die Ausrichtung der Shooto Amateur Europameisterschaften im letzten Jahr erstmals in Deutschland, die Etablierung einer echten Amateurbasis mit regelmäßigen Wettkämpfen, die Shooto Rankings, die Öffentlichkeitsarbeit für das Shooto, die Ausbildung der Schulen, Gyms und Teams…. Alles bliebe beim alten?! Na, nicht so ganz. Wir müssten nur unsere Identität aufgeben und unser Regelwerk der GEMMAF unterstellen. Natürlich auch die Wettkämpfe, die Ausbildung der Kampf- und Punktrichter, die Rankings etc. der GEMMAF unterstellen. Also würden wir einfach nur kurz geschluckt, dürften aber im stillen und kleinen Rahmen unseren Namen (vorerst) behalten und hätten dann dafür das unsagbare Glück endlich zu denen zu gehören, die ab nächstem Jahr das Sagen in Deutschland haben. Puhh! Da bin ich aber froh! Schwein gehabt, würde der durchschnittliche Mitteleuropäer sagen….

Äh, Moment mal! Irgendwas stört mich aber ganz gewaltig an diesem „Szenario“. Was hat die GEMMAF denn in den vergangenen drei Jahren geleistet, um sich derart als Rollenführer des MMA in Deutschland zu sehen und in Szene zu setzen? Wieviele Amateurwettkämpfe wurden ausgerichtet? Wie viele Sportler erhielten echte Zukunftsperspektiven? Wer wurde gefördert? Wer wurde ausgebildet? Und vor allem von wem?

Trainiere im German Top Team

Ah, da höre ich schon die ersten Rufe: „Aber GMC 3 in Herne wurde doch von der GEMMAF sanktioniert!“ Das ist wohl richtig, dass mit GMC eines der großen MMA Labels in Deutschland mit der GEMMAF die dritte Veranstaltung der Serie in Herne ausrichtete. Oder zumindest die Kampf- und Punktrichter von der GEMMAF waren und deshalb alles so glatt lief bei diesem Event?! Da kommen unweigerlich wieder die Bilder, Berichte, Interviews und Kampfvideos von dem an sich wirklich sehr tollen Event in das Gedächtnis zurück. Offene Briefe des Team Planet Eater, persönliche öffentliche Stellungnahmen des verantwortlichen Hauptkampfleiters, viel Gebashe auf Facebook und im KKB. So richtig zufrieden war anscheinend keiner und wenn man Insiderinformationen Glauben schenken will, dann war von Beleidigungen bis hin zu Nötigungen auf beiden Seiten (Sportler und Offizielle der GEMMAF) da alles drin, was eine gute Daily Soap zu bieten haben sollte. Nun, lassen wir das Gerede Gerede sein. Nur die Leute, die selbst persönlich anwesend waren, wissen, was wirklich geschehen ist und sollten sich der Tragweite ihres Redens und Handelns bewusst werden. Eines ist aber sicher. Ein Glanzstück wurde von der GEMMAF hier nicht abgeliefert. Und zumindest das sehe nicht nur ich so. Schade ist das nur für die Veranstalter und die betroffenen Kämpfer.

Aber wie kommt die GEMMAF nun dazu, zu behaupten, dass es ab dem nächsten Jahr nur noch sie in Deutschland geben werde? Was ist passiert, dass es anscheinend in einem freiheitlichen und demokratischen Staat eine klare Androhung einer Monopolisierung geben darf? Der Große schluckt den Kleinen? Naja, zumindest ich würde das Shooto hier nicht als den „Kleinen“ sehen. Schlucken wollen wir niemanden. Verbieten auch nicht. Und wegschweigen auch nicht. Bisher hatte ich das Gefühl, dass die Sportler in Deutschland wirklich zu schätzen wissen, was mit dem Shooto in den letzten Jahren in unserem Land geleistet wurde. Nicht nur für das Shooto, sondern auch für das MMA im Allgemeinen.

Es war ein besonderes Anliegen von Tom Madsen mir klar zu machen, dass er mir die Hand reichen will. Die Tür ist offen. Die Hand ausgestreckt. Aber nicht jeder, der Dir die Hand reicht, will Dir auch helfen. Es kann auch sein, dass einem die Hand gereicht wird, damit man jemandem vom Boden aufhilft. Über Teile des Gesprächs mit Tom Madsen versprach ich ihm Stillschweigen zu bewahren. Die MMA Welt in Deutschland wird den Atem anhalten, wenn dieses oder nächstes Jahr ganz große fantastische Neuigkeiten bekannt gemacht werden. Alle werden dann nur noch zur GEMMAF wollen, sich schlucken lassen, ihre Identität aufgeben und glücklich sein zu wissen, wie sich „besetztes Gebiet“ anfühlt.

Ich für meinen Teil drehe mich um und gehe meinen Weg weiter. MIT dem Shooto. FÜR das Shooto. Ich will niemals der Einzige in Deutschland sein. Ich möchte auch nicht der Größte sein. Ich will nur einfach das machen können, an was ich glaube und wovon ich überzeugt bin. Ohne dabei andere Dank Hilfe von Medien und Sponsoren totzuschweigen, klein zu halten oder an deren Ende „tatkräftig“ mit zu wirken.

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf einen Thread im KKB hinweisen, der sich mit der Thematik eines MMA Verbandes in Deutschland konstruktiv und offen auseinandersetzt. So einen Verband würde das Shooto auch unterstützen und eine offene Zusammenarbeit in Betracht ziehen. Das Kapitel der GEMMAF aber habe ich geschlossen und weggelegt. Man möge es mir verzeihen…

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