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„Was sind deutsche Kämpfer wert?“ Teil 2

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Betrachet man dann einmal die „Weltranglisten“, dann taucht nur noch EIN Name auf: Dennis Siver! Der hoch talentierte und disziplinierte Kämpfer aus Mannheim hat insgesamt 15 Kämpfe in der Superliga UFC bestritten und ist dabei in drei Gewichtsklassen gegen die Cremè de la Cremè der Ultimate Fighting Championships angetreten. Während Siver bei Ground and Pound auf Nr. 9 in der „Weltrangliste“ geführt wird, rangiert er bei Sherdog sogar auf Nr. 6, wogegen er bei MMA Weekly nicht mal erscheint. Fakt ist jedoch, dass Siver auf jeden Fall der einzige Deutsche ist, der eine solche weltweite Anerkennung geniest und dies – unserer bescheidenen Meinung nach – zu Recht.

Europa- oder gar weltweit steht Deutschland also gar nicht so toll da, wie es uns gerne suggeriert wird. Und noch weniger tauchen international Namen auf, welche in unserem Lande fast an jede Hauswand geschrien werden. Da können wir wohl brüllen, so laut wir wollen; die Welt hört anscheinend nicht zu… Oder?

Trainiere im German Top Team

Viel wichtiger wäre die Frage, was den „Marktwert“ international für einen Kämpfer ausmacht. Ist es das gute Aussehen, die charismatische Erscheinung, die tollen Klamotten oder der letzte Videoblog? Wohl eher nicht. Hier wird man bei objektiver Betrachtung wieder sehr schnell auf den harten Boden der Tatsachen befördert. Das Einzige, was zählt, ist Leistung. Wohl gemerkt „Leistung“ und nicht „schöner Kampfrekord“. Matchmaker internationaler Events und Promotions sind nicht dumm. Diese Leute wissen sehr wohl, auf was sie achten müssen, wenn ihnen ein Kämpfer angepriesen wird. Und vor allem: was hat ein ausländischer Promoter oder sein Matchmaker davon, einen Deutschen auf seinem Event kämpfen zu lassen? Hohe Reisekosten, Gage, die Ungewissheit, ob die Verpackung auch hält, was sie verspricht; es gibt viele Komponenten und Aspekte, die hier berücksichtigt werden. Und warum in aller Welt soll ein ausländischer Promoter einen Deutschen pushen? Richtig! Dafür gibt es keinen Grund. In erster Linie will der Promoter „seine“ Kämpfer pushen, den Kampfrekord aufpolieren und für volle Hallen sorgen. Wer würde z.B. in Italien einen Kampf zwischen einem Franzosen und einem Ungarn sehen wollen? Also die Italiener mit Sicherheit nicht so sehr. Das sollte wirklich jedem einleuchten. Gerne wird das Bild des international agierenden „Verbandes“ suggeriert, der neutral und unparteiisch die Kämpfer der Leistungsklasse entsprechend gegeneinander setzt. Die Wirklichkeit sieht da meist anders aus. Aus diesem Grund ist es schwer, im Ausland als Kämpfer Fuß zu fassen und dann auch noch bei guten Promotions für entsprechende Bezahlung unter Vertrag zu kommen.

Um zu sehen, wo die Deutschen in Europa wirklich stehen, müssten die Spitzenkämpfer der German Top Ten regelmäßig gegen Kämpfer in den European Top Ten antreten. Hier müssten sie Siege einfahren und beweisen, dass sie keine Mogelpackung sind. Aber wollen das die Sportler, bzw. deren Management überhaupt? Wohl eher (leider) nicht! In unserem Land herrscht gerade eine regelrechte Titelgeilheit, die immer mit einem schönen gemachten Kampfrekord gerechtfertigt wird. Klar sieht ein 6-0 immer besser aus als eine 5-4 oder gar ein 3-5. Da gibt es ja mal nix zu reden. Aber macht man sich die Mühe und schaut, gegen wen die 6-0 im Ring gestanden ist und ob er überhaupt schon mal international gegen eine gute 2. Wahl gewonnen hat, dann sucht man da meist vergebens. Aber anstatt weiter zu suchen kann man ja wieder mit dem Brüllen anfangen, vielleicht hört uns ja doch mal irgendein verzweifelter Promoter im Ausland, dem man mit ein paar „Sonderkonditionen“ den Kampf gegen den eigenen Schützling schmackhaft machen kann und der dann dafür einen Einheimischen über die Klinge springen lässt.

Hört sich bitter an? Ja, die Wahrheit tut oft recht weh und ist nie schön verpackt.

 

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