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Die Ladies im Interview: Sinko vs. Handel

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In drei Tagen geht bei der „KENKA!“ Fight Night ein Superfight im Kickboxen über die Bühne, der jeder großen Profigala zur Zierde reichen würde: Die WKA Vize-Weltmeisterin Anita Sinko trifft auf die All Japan Open Siegerin und Shooto Europameisterin Kristin „Hannya“ Handel. Ein Fight also, der echtes Weltklasse Niveau verspricht. Wir haben die beiden Amazonen kurz vor dem Kampf zu einem Interview geladen und uns angehört, was beide zu dem bevorstehenden Fight, über einander und zu dem Thema „Frauen im Kampfsport“ zu sagen haben.

Kakutogi: Hallo Anita, hallo Kristin. Es freut mich sehr, dass Ihr die Zeit für ein Interview vor Eurem Fight bei der „KENKA!“ Fight Night habt. Stellt Euch doch ganz kurz unseren Lesern vor.

Trainiere im German Top Team

Anita: Hallo an Alle! Erst einmal vielen Dank für die Einladung zur “KENKA” Fight Night und zum Interview. Ich freue mich riesig, dass ich am Samstag für mein Team Munich MMA bei Euch antreten darf. Angefangen habe ich mit dem Kampfsport in der Schule. Damals war Taekwondo das kampfsportähnlichste was angeboten wurde. Nach einem Trainerwechsel wurde ich aus dem Kurs geschmissen, weil ich mich mit dem neuen Trainer angelegt hatte. Heute kann ich nur sagen, zum Glück! Daraufhin hat mein Bruder mich zum Steko geschleppt und ab da wollt ich die Boxhandschuhe nicht mehr ausziehen. Dass ich jetzt für die Mixed Martial Arts Schule antrete, liegt daran, dass ich mich weiter entwickeln möchte und demnächst auch am Boden fit werden will…

Kristin: Mein Name ist Kristin Handel, ich bin 25 Jahre alt und trainiere seit 3 Jahren im German Top Team unter Shihan Peter Angerer.

Kakutogi: Kristin, Du hast vor kurzem in Japan einen großen Erfolg feiern können. Erzähle uns bitte etwas dazu.

Kristin: Ich konnte bei den jährlichen All Japan Shidokan Open in Tokyo die US Amerikanerin Paty Schintgen aus Chicago besiegen und erhielt damit den Titel der Internationalen Japanischen Meisterin im Shidokan.

Kakutogi: Auch Dir ist das Thema „Erfolg“ sehr wohl bekannt Anita. Wieviele Kämpfe hast Du bisher im Kickboxen und was sind Deine größten Erfolge gewesen?

Anita: Insgesamt werde ich wohl so um die 25 Kämpfe haben. Jeder Kampf, bei dem ich umsetzen kann, was ich gelernt hab, ist für mich ein Erfolg. Aber um die Frage zu beantworten: letztes Jahr habe ich bei der WKA WM den 2.Platz geholt. Das war neben dem deutschen Meister-Titel ganz cool.

Kakutogi: Nun wird es am Samstag zu einem direkten Duell zwischen Euch beiden kommen. Wie seht Ihr diesen Kampf? Freut Ihr Euch auf das Match?

Anita: Natürlich!! Ich freue mich riesig! Um es mal klar zu sagen, in der Gewichtsklasse der Superschweren hat man auf jeden Fall Probleme Gegnerinnen zu finden. Ich fühle mich aber ganz wohl, bin fit und freue mich, dass ich mit Kristin am Samstag zeigen kann, dass “schwer” noch lange nicht “Jabba” ist!

Kristin: Gegen Anita anzutreten stellt für mich eine sehr große Herausforderung dar; daher stehe ich ihr und diesem Kampf mit viel Respekt gegenüber.

Kakutogi: Wie habt Ihr Euch auf diesen Fight vorbereitet? Was wisst Ihr über Eure Gegnerin?

Anita: Über Kristin weiß ich, dass sie gerade in Japan abgeräumt hat – dafür ziehe ich meinen Hut! Ansonsten habe ich mir natürlich ein paar Videos im Internet angeschaut, aus denen ich meine Schlüsse ziehe. Aber zuviel Nachgedacht wird nicht, ich steig in den Ring und dann wird improvisiert.

Kristin: Seit meiner Rückkehr aus Japan konzentriere ich mich ausschließlich aufs Stand-Up-Training; unterstützt werde ich dabei bestens von meinen Trainern und meinem Team. Über Anita weiß ich, dass sie seit Jahren schon eine erfolgreiche Wettkämpferin im Boxen und Kickboxen ist und auch einige Titel ihr Eigen nennen kann.

Kakutogi: Als Co-Main Event des Abends einen Frauenkampf zu sehen kommt nicht all zu häufig vor. Warum denkt Ihr, dass Veranstalter sich davor scheuen Frauenkämpfe als Aufhänger für Events zu nehmen?

Anita: Um´s gleich vornewegzunehmen, mittlerweile haben es Frauen zu den Main Events geschafft und die Jungs heizen in den Vorkämpfen an. Aussagen wie “Frauen sind zu zart für diesen Sport”, oder “mei, habt ihr nicht Angst um euer Gesicht?” sind Quatsch. Bringen wir´s auf den Punkt: viele glauben noch immer, das wir im Kampfsport nichts zu suchen haben, höchstens mal einen Selbstverteidigungskurs besuchen, das ist akzeptabel. Es gibt aber Mädels, die Schönheit, Verstand und den Willen, ihre Gegnerin im Ring zu zerreißen, vereinen. Ich persönlich finde, wenn jemand hart an etwas arbeitet, dann sollte er früher oder später auch die Anerkennung bekommen. Ob nun Frau oder Mann, ob Kampfsport oder Ballett…wem´s nicht taugt, der kann wegschauen. Aber es wird so oder so immer was zu Meckern geben, denn mit dem Finger auf die anderen zeigen ist leichter, als sich mit den eigenen Fehlern zu befassen. Ist aber egal, wir kämpfen weiter.

Kristin: Das Problem ist, denke ich, nicht, dass sich Veranstalter davor scheuen, sondern eher, dass es sehr sehr wenige Frauen überhaupt in unserem Sport gibt und die Zahl derjenigen, die sich dann im Ring miteinander messen wollen ist eben nochmals auf ein Minimalstes reduziert. Ich gehe allerdings davon aus, dass Anita und ich am Samstag zeigen werden, dass Frauen nicht nur zum „Nümmerchen hochhalten“ in den Ring steigen sollten und vielleicht die ein oder andere auf den Geschmack bringen können Kampfsport nicht ausschließlich für die Fitness und das Selbstvertrauen zu betreiben.

Kakutogi: Anita, was für einen Fight dürfen die Fans von Dir erwarten?

Anita: Ich fühle mich gut, bin gesund und hungrig auf den Kampf! Ich habe mein Ziel vor Augen und werde nicht weniger als 100% geben. Auch wenn es nur ein Superfight ist, weder Kristin noch ich sind zum Sparring da, sondern wir wollen herausfinden, wer die Bessere von uns beiden ist. Ich bin bereit.

Kakutogi: Als krasse Außenseiterin auch meine Frage an Dich Kristin: denkst Du, Du kannst diesen Fight gewinnen?

Kristin: Egal wie der Kampf ausgehen wird, ich kann nur gewinnen – an Erfahrung.

Kakutogi: Ich danke Euch beiden für dieses Interview vor dem Kampf und freue mich sehr, diesen Fight am Samstag zu sehen. Wollt Ihr unseren Lesern noch etwas mitteilen oder irgendjemandem danken?

Anita: Wenn man sein Herzblut in etwas steckt und dann Leute kommen, um dich beim Ausüben deiner Leidenschaft zu sehn, dann ist das schon was ganz Besonderes! Kristin und ich, wir werden nicht enttäuschen!

Und jetzt muss ich dringend noch was loswerden! Ich bin umgeben von den besten Leuten überhaupt! Am wichtigsten: meine Eltern. Sie haben mir Werte wie Loyalität, Ehrlichkeit und Durchsetzungsvermögen beigebracht. Dafür bin ich ihnen besonders dankbar. Und dafür, dass sie aus Sorge und Angst um mich meine Ausrüstung noch nicht verbrannt haben. Mama und Papa, ihr seid die Coolsten! Ganz weit oben auch meine Freunde, die mir in den Arsch treten, wenn ich mal kurz davor bin das Handtuch zu werfen. Dann danke ich allen meinen Trainingspartnern, die gerne austeilen, aber genauso auch einstecken. Danke auch an all meine Trainer, die ihr Wissen an mich weiter geben und manch einer viel Geduld mitbringen musste. Und zum Schluss noch ein Dank an all die Zweifler und Neider, die mir das nie gönnen werden und immer noch sagen, ich hätte es nicht drauf. Ich weiß, soooo Klischee. Aber es macht auch soviel Spaß es euch reinzudrücken!

Kristin: Ich möchte mich beim gesamten GTT bedanken, das mich gut auf den Kampf vorbereitet hat und hinter mir steht. Vor allem danke ich jedoch meinem Trainer Shihan Peter Angerer, für Alles was er für den Sport und im Besonderen für seine Schüler leistet. Danke, danke, DANKE!

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